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Experten Talk: Vom Einfluß der Geldanlage auf den Klimaschutz

 

Die Welt schaut gespannt und voller Erwartungen nach Paris, wo seit Sonntag der Weltklimakongress tagt. Wird die Staatengemeinschaft sich auf tragfähige Konzepte zur Reduktion der Treibhausgase einigen ? Wir werden es erleben. Wie kann unsere Art der Geldanlage einen Beitrag dazu leisten, den Klimawandel postiv zu beeinflussen? Dazu im Gespröch: Knut Voigtländer, Investmentmanager bei reconcept, Green Global Investments.

 

Paris und die Folgen – Geldanlage und Klimaschutz

 

Herr Voigtländer, was erhoffen Sie sich von den aktuellen Klimaverhandlungen?

Wie wohl alle, die in der Branche der Erneuerbaren Energien aktiv sind, erhoffen auch wir uns möglichst konkrete Ergebnisse vom Klimagipfel in Paris: verbindliche und überprüfbare Vereinbarungen, um die Erderwärmung einzudämmen. Regenerative Energien – vor allem die Windenergie – kann hierbei eine bedeutende Rolle spielen, um klimaschädliche Treibhausgase zu reduzieren. Deutschland muss hier seine Vorreiterrolle weiter ausbauen.

 

Ist Deutschland in Sachen Erneuerbare Energien ein Vorbild für andere Länder?

Sicher. Deutschland hat als starkes Industrieland den Umbau der Energiewirtschaft in Richtung Erneuerbare Energien vorangetrieben wie kein anderes europäisches Land und bewiesen, dass der Ausstieg aus der Atomwirtschaft möglich ist. Der Abschied aus der Kohleverstromung hat begonnen. Die deutsche Energiepolitik sollte sich auf ihren Erfolgen jedoch nicht ausruhen. Wenn die Bundesregierung ihr eigenes Klimaziel von 40 Prozent Treibhausgas-Einsparung bis 2020 noch erreichen will, muss Deutschland die Erneuerbaren Energien deutlich schneller ausbauen. Das Tempo muss im Gegenteil weiter angezogen werden.

 

Profi-Investoren wenden sich ja bereits verstärkt den regenerativen Energiemarkt zu…

Aus guten Gründen: Die globale Erwärmung schürt Sicherheitsrisiken – sicherheitspolitische wie wirtschaftliche. Neueste Studien belegen beispielsweise, dass der Klimawandel die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft weltweit bis zum Jahr 2100 um gut ein Viertel (23 %) verringern dürfte. Zudem dürften 43 % der Länder im Jahr 2100 ärmer sein als heute.

Armut erhöht bekannterweise das Risiko gewalttätiger Konflikte. Selbst hochrangige Militärs fordern daher zum verstärkten Kampf gegen den Klimawandel auf – jüngst in einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal.

Interessant ist auch ein jüngst veröffentlichter Report der Bank of England: Danach birgt der Klimawandel für die Finanzstabilität und die Wirtschaft erhebliche Risiken, u.a. Haftungsrisiken: Mit den Schäden durch extreme Wetterbedingungen steige die Gefahr, dass künftig Forderungen gegen mögliche Verursacher geltend gemacht werden; dies könnte Haftpflichtversicherer, aber auch die für den CO2-Ausstoß mitverantwortlichen Unternehmen betreffen. CO2-intensive Vermögenswerte dürften im Zuge der Umstellung auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft daher neu bewertet werden. Die Allianz und andere Profiinvestoren haben daraus bekanntlich schon ihre Konsequenz gezogen und setzen nun verstärkt auf Windenergie-Investments.

 

Welche Rolle spielen Investitionen deutscher Privatanleger beim Klimaschutz?

Wer seine Kapitalanlage bewusst wählt, kann maßgeblich den Klimaschutz voranbringen – und muss auf Rendite nicht verzichten. Jede Privatanlegerin und jeder Privatanleger kann durch die bewusste Lenkung des Kapitals zum Klimaschutz beitragen. Zudem übt die Nachfrage nach klimafreundlichen Investitionsmöglichkeiten einen erheblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik von Unternehmen aus und verbessert damit die Perspektiven für mehr Klimaschutz. Für 64 Prozent der Menschen hierzulande ist es laut einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen wichtig, dass ihr Geld klimafreundlich angelegt wird. Dies spiegelt sich auch auf unserem Markt wieder: Bereits 2014 waren Sachwertanlagen im Bereich Wind, Wasser und Solar mit rund 13 Prozent der zweitgrößte Anlageschwerpunkt am Markt der Sachwertanlagen. Dieser Trend wird sich unseres Erachtens fortsetzen. Der Markt wird 2016 erneut an Schwung gewinnen.

 

Herr Voigtländer, vielen Dank für das Gespräch

 

(Quelle: reconcept Consulting GmbH, Newsletter 30. November 2015)

 

 

 

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