BLOG - RUND UM DAS THEMA "NACHHALTIGKEIT"

Kiri-Plantagenbesichtigung in Spanien

September 20, 2016

 

Auf Einladung der Fondsgesellschaft WeGrow hatte ich, gemeinsam mit zehn weiteren Beraterkolleginnen und  -kollegen, die Gelegenheit Ende August die Plantage „La Portella“ zu besichtigen. Die nachhaltigen Eindrücke lohnen sich festgehalten zu werden – und die Fotos erzählen ihre eigene Geschichte.

Treffpunkt der aus verschiedenen Regionen Deutschlands stammenden Berater war der Flughafen in Barcelona, wo uns der Gründer und Technische Geschäftsführer von WeGrow, Peter Diessenbacher gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Ines Radermacher und Justin Gerndt „einsammelte“ und zum Begrüßungstrunk ins Hotel in der Innenstadt brachte. Der etwas verspäteten Flüge wegen trafen wir dann erst gegen 22.00 zum Abendessen in der Taverne am Hafen ein, wo wir jedoch bei typisch spanischem Flair mit einer genialen Paella verwöhnt wurden.

 

Am nächsten Morgen ging es dann schon um 9 Uhr  mit dem Bus Richtung „La Portella“. Die Plantage, die seit letztem Jahr für den Kiri Fonds 3 Spanien bepflanzt wird, liegt in nordwestlicher Richtung von Barcelona am Fuße der Pyrenäen, in der Nähe der Stadt Lleida. Gegen 12 Uhr hatten wir die Plantage, zuletzt über einen derben Feldweg mit Flussdurchquerung bei einer Furt, erreicht.

 

Dieser Fluss aus den Pyrenäen bewässert die gesamte sehr ländliche Region, die geprägt ist von Obst- und Baumplantagen. La Portella war früher eine Pappelplantage, wurde geerntet, die Wurzelstöcke entfernt und dann in 2015  auf einer Fläche von ca 33 Hektar mit tausenden Kirisetzlingen bepflanzt. Die Bewässerung aus einem eigenen Brunnen geschieht rund um die Uhr rollierend über etwa 10 Parzellen, die mit kleinen Schläuchen jeden Baum erreichen (Tropfenbewässerung). So kann eine sehr energiesparende Pumpe eingesetzt werden und vor allem kommt das kostbare Nass genau und nur dort an wo es gebraucht wird.

 

Nach dem ersten halben Jahr Wachstum seit der Pflanzung wurden die Bäumchen dann im April diesen Jahres alle kurz über dem Boden gekappt und neu austreiben lassen. Sie hatten dann schon kräftige Wurzeln und der neue Trieb bekommt damit viel Kraft sodaß die Kiris in diesem Jahr eine Höhe von vier bis sechs Metern erreichen können! Das ist nicht nur beeindruckend sondern auch für die spätere Ernte von sehr hochwertigen Stämmen ein wesentliches Qualitätskriterium: die Stämme sind bis in eine Höhe von 4 bis 6 Meter ganz natürlich astfrei und damit erste Wahl. Das Entasten bis in größeren Höhen in den Folgejahren wird dadurch wesentlich erleichtert; was auch die Kosten der Bewirtschaftung reduziert.

Peter Diessenbacher verrrät uns all  die Faktoren für eine erfolgreiche Plantagenwirtschaft mit einer Hingabe und einem Leuchten in den Augen dass man förmlich spüren kann wie sehr er seine Arbeit liebt und lebt und für seine Bäumchen da ist.

Auf der Plantage ist es sehr heiß, 35 Grad im Schatten…den es jedoch kaum gibt…und so versuchen wir alle, jeder an seinem Baum, etwas davon abzubekommen. Oder man nutzt eins der riesigen Blätter als Sonnenschirm wie es uns der spanische Leiter der Plantage, Antonio zeigt.

 

Diese Blätter sind auch die Grundlage für des von keinem anderen Baum erreichten Wachstum: die von Peter Diessenbacher gezüchtete (und geschützte) Sorte Nordmax 21 bildet im ersten Jahr nur einen Stamm, keine Äste, und dafür diese riesigen Blätter, die sehr viel Sonne einfangen können und den Baum so schnell wachsen lassen das man ihm fast dabei zusehen kann. Ende August haben die Bäume seit dem Austrieb Mitte April eine Höhe von teilweise mehr als vier Metern erreicht. Und da die Vegetationsperiode in Spanien bis Mitte/Ende Oktober reicht werden sie in den folgenden zwei Monaten noch bis auf 6 Meter heranwachsen. Die Basis für wertvolle Stämme in höchster Qualität ist damit gelegt.

 

Während Diessenbacher erzählt lässt er die Scheibe eines im letzten Jahr auf der nahegelegenen Versuchsplantage gefällten Baumes herumgehen. Deutlich sind die Jahresringe zu erkennen: Fünf und ein halber. Bereits in seinem sechsten Jahr hatte dieser Baum einen Durchmesser von fast 30 Zentimetern und wäre bereits reif gewesen zur Vermarktung. Aus den Stämmen, besonders den dickeren, werden nämlich nicht nur Bretter hergestellt für verschiedene Möbel und andere Anwendungen. Dünnere Bäume werden eher zu Furnier verarbeitet. Dazu werden die Stämme längs eingespannt und von großen Maschinen geschält, wie bei einem Bleistiftspitzer, und das Ergebniss sind ca. 1 bis 1,5 mm dünne endlose Furniere. Diese werden in handliche Formate geschnitten, getrocknet und dann 90 Grad versetzt mit einander verleimt: so entstehen sehr leichte, hochwertige Sperrholzplatten, die auf viele Arten weiterverarbeitet werden können. Und sich natürlich viel günstiger transportieren lassen als Stämme, um sie dann auf dem Weltmarkt zu verkaufen.

Mit den verschiedenen Möglichkeiten der Verarbeitung von KiriHolz, auch zu neuen, bisher kaum verbreiteten Anwendungen wie Kiri Spanplatten beschäftigt sich Philipp Nelis. Der Forstwissenschaftler von der Uni Göttingen arbeitet gerade an seiner Promotion zum Thema "Entwicklung gewichtsreduzierter Holzprodukte auf Basis von Kiri-Holz (Paulownia spp.)" wird dabei von WeGrow unterstützt. Er wird uns am nächsten Tag die Materialeigenschaften von Kiri Holz noch ganz praxisnah beim Bau eines Surfboards näher bringen.

 

Nach anderthalb Stunden auf La Portella nehmen wir Abschied von den jungen Bäumen mit wenig Schatten und fahren ein paar Kilometer weiter zur Testplantage mit Bäumen, die jetzt im siebten Jahr sind. Unterm Blätterdach dieser ca. 15 m hohen Bäume ist es angenehm kühl und geradezu düster: die nur noch handtellergroßen Blätter in den Kronen absorbieren fast jeden Sonnenstrahl und wandeln ihn in Wachstum um. So sind die dicksten Exemplare schon so kräftig wie eine 50- oder 70- jährige Buche in Deutschland. Man mag es kaum glauben, der Kiri-Baum stellt alle anderen in den Schatten.

 

Noch mehr staunen wir allerdings, als Peter Diessenbacher uns den Stumpf des Baumes zeigt, der letztes Jahr gefällt wurde: er hat prompt wieder ausgetrieben und das Ergebnis:

 

Ein fast armdicker Stamm von gut 6 Metern Höhe, Blättern wie Elefantenohren (ok...indische) und völlig ohne Äste, nur Blätter. Bis zum Herbst wird er vermutlich eine Höhe von 8 m erreichen!

 

Jetzt beantwortet Diessenbacher auch unsere Frage, warum denn die Bäume auf La Portella so eng stehen würden, nicht wie in Deutschland mit rd. 5 Meter Abstand sondern eher nur der Hälfte. Die Idee ist, nach 5 Jahren jeden zweiten Baum zu ernten für die Produktion von Furnier. Und den restlichen Bäumen damit Platz zu geben in den folgenden 5 Jahren richtig groß und dick zu werden – für hochwertigstes Holz. Oder, und das zeigt uns der einjährige Trieb vor unseren Augen sehr eindrucksvoll, die komplette Plantage abzuernten, neu austreiben zulassen und dann eine zweite komplette Ernte in 5 Jahren zu haben. Damit würden die Ertragserwartungen des Kiri Fonds 3 Spanien sicherlich noch weiter steigen und den Anlegern viel Freude bereiten.

 

Am nächsten Morgen fahren wir zurück nach Barcelona und können uns auf eigene Faust diese wundervolle Stadt erschließen. Mein Highlight war ganz klar Sagrada Familia,  zu viel mehr reichte gar nicht die Zeit und so werde ich sicherlich wiederkommen.

 

Am frühen Abend trafen wir uns wieder am Hotel um gemeinsam zum nahegelegenen Stadtstrand zu spazieren. Der ist sehr breit und tief so dass gar kein Gefühl der Enge aufkommt, eher eines der südländischen Lebensfreude mit ganz vielen Beachvolleyballern oder sonst sportlich aktiven jungen Menschen. In der Nähe einer kleinen Strandbar hat das Team von WeGrow eine kleine Werkstatt unter einem Pavillion eingerichtet. Dort liegt auf Holzböcken der Rohling eines Alaya Boards, den Philipp… für uns mitgebracht hat. Nebst Hobeln, Schraubzwingen, Schleifpapier und anderem Werkzeug.  Alaya Boards wurden schon vor weit über 1000 Jahren von den Ureinwohnern Hawaiis gebaut und benutzt um die Wellen zu reiten. Philipp erzählt uns die Geschichte des Surfboards von damals bis in unsere Zeit, wo es erst im 20. Jahrhundert in Californien wieder entdeckt wurde.

 

Und dann dürfen wir ran unter seiner fachkundigen Anleitung: hobeln, schleifen und immer wieder mit Augenmaß prüfen wie aus unserem Rohling in relativ kurzer Zeit ein formschönes, ultraleichtes Surfbrett entsteht. Kiriholz lässt sich wunderbar bearbeiten und fühlt sich gut an, es entstehen keine Splitter und kleinere Fehler lassen sich ganz leicht wegschleifen. Ein toller Werkstoff. Natürlich hat Philipp auch zwei fertige Alaya Boards dabei mit denen wir uns nach getaner Arbeit in die Fluten stürzen dürfen. Typisch Mittelmeer gibt es leider keine Wellen aber es macht auch so Freude, mit diesen edlen Brettern im warmen Wasser zu paddeln.

 

Wir genießen den Sonnenuntergang und bei leckeren Tapas in der Strandbar, fachsimpeln über die Möglichkeiten KiriHolz in allen denkbaren Bereichen einzusetzen und sind allesamt begeistert. Nicht nur von dem Baum an sich sondern auch von der sehr professionellen und umsichtigen Arbeitsweise von WeGrow über die gesamte Wertschöpfungskette der Holzproduktion. Und vom Enthusiasmus und „Herz für Bäume“,  das die Menschen dieses Unternehmens eint. Bei aller Begeisterung für die Sache werden die wirtschaftlichen Aspekte jedoch nie aus den Augen verloren, sind der zentrale Aspekt. Und so können nach meiner Meinung die bisherigen Anleger in den KiriFonds I bis III sich auf gute Erträge freuen. Und ab etwa November wird der Kiri Fonds IV, ebenfalls wieder in Spanien, für neue Anleger zur Verfügung stehen.

We Grow bietet regelmäßig Plantagenbesichtigungen an, in der Regel in Deutschland, aber auch ein oder zweimal in Spanien. Termine finden Sie auf der Homepage oder sprechen Sie mich einfach an. Für Gruppen lässt sich auch ein individueller Termin arrangieren.

Am nächsten Morgen reisen wir alle wieder nach Hause mit dem guten Gefühl mit eigenen Augen gesehen zu haben, dass das Geld unserer Kunden gut investiert ist und buchstäblich wächst und gedeiht

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